Restschmutzanalysen von Flüssigkeiten
Ebenso wie an Bauteilen sind in Flüssigkeiten eine exakt definierte Anzahl und Art von Partikel zulässig, welche das Schädigungsverhalten der benetzten oder durchströmten Komponenten positiv oder negativ beeinflussen. Dabei ist auch hier zu beachten, dass die Funktionsweise der Komponenten im Zusammenspiel mit der eingesetzten Flüssigkeit im Vordergrund der Bewertung und Einschätzung steht, was letztendlich dazu führt, dass für die einzusetzende Flüssigkeit entsprechend diesem ermitteltem Profil entweder eine als Standard Norm verfügbare Vorgabe zugrunde gelegt werden kann oder aber eine spezifisch erarbeitete und aufgesetzte Norm angewandt werden muss.
Um eine Aussage über die Partikelfracht in Flüssigkeiten zu erhalten ist es erforderlich mit reproduzierbaren Vorgängen diesen Verschmutzungsgrad zu ermitteln.
Wichtig dabei ist die dokumentierte Entnahme von Prüfflüssigkeit in spezielle Entnahmebehältnisse. Neben der Dokumentation der Reinheit der Entnahmebehältnisse ist die Dokumentation der Umgebungsbedingungen der Entnahme wichtig, damit evtl. Kontaminationen durch eben diese äußeren Einflüsse minimiert und/oder vermieden, aber auf jeden Fall bekannt sind. Danach muss diese so entnommene Probe in ein speziell dafür ausgerüstetes Prüflabor eingeschleust und geprüft werden. Dabei wird immer entsprechend einer bereits bekannten oder einer einmalig neu zu definierten Extraktionsmethode die Flüssigkeit durch geeignete, präparierte und konditionierte Filtermembranen gefiltert.
Die so gewonnene Partikelfracht, besteht aus einer Anzahl von diversen, zu diesem Zeitpunkt noch undefinierten Partikelanzahl, Art, Größe und chemischen Zusammensetzung. Nach einer weiteren Präparation der belegten Membranen, werden entsprechend dem Analyse- und Engineeringauftag geeignete Auswertemethoden angewandt.
Die schnellste Methode, welche jedoch nur geeignet ist um eine gewichtsmäßige Aussage zu erhalten, ist die Gravimetrie. Bei dieser Methode werden die Gewichtsanteile der Partikelfracht gewogen und ausgewertet. Diese Auswiegung findet bei der Quality Analysis mittels einer hochauflösenden Laboranalysewaage mit eine Auflösung von 0,00001 Gramm statt. Fünf Stellen nach dem Komma bieten eine bestmögliche Aussagekraft für statistische Auswertungen und Vergleichsmessungen.
Analysemethoden mit deutlich höherer Aussagekraft bezüglich der Qualifizierung der Partikelfrachten kann erreicht werden mittels Partikelanalyse durch Rasterelektronenmikroskopie mit EDX (Link) und/oder mit polarisierender Auflichtmikroskopie.